LVZ zur SBB Nord-West am 07.06.2012

„Mit Emotionen beladen, aber überwiegend sachlich und kultiviert.“ So bezeichnete der Beiratsvorsitzende Herr Göhner des Stadtbezirksbeirats Nord-West die öffentliche Veranstaltung zur Debatte über das städtische Konzept zur dezentralen Unterbringung von Asylsuchenden am Donnerstag im „Anker“.

Was Herrn Göhner und auch der LVZ entgangen sein dürfte, waren die zahlreichen Ausfälle der Wahrener BewohnerInnen, die sowohl in Redebeiträgen als auch in Zwischenrufen immer wieder Vorurteile und Ressentiments gegenüber Asylsuchenden und MigrantInnen äußerten. „Von Sachlich und kultiviert“ kann hingegen nicht die Rede sein, viel mehr präsentierte sich die Stimmung häufig sehr aggressiv, vor allem gegenüber BefürworterInnen und Menschen, die vermeintlich nicht aus Wahren kamen.

Wem so etwas entgeht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er gegenüber teilweise rassistischen, teilweise dummen Argumenten und Positionen blind ist.

Den dazugehörigen Artikel aus der LVZ findet man hier:

http://www.lvz-online.de/leipzig/citynews/neues-fluechtlingskonzept-200-buerger-debattieren-auf-weiterer-beiratssitzung-in-leipzig-wahren/r-citynews-a-140229.html

Eine etwas andere Wahrnehmung vom Geschehen gestern in Wahren haben wir bereits veröffentlicht.

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4 Kommentare zu LVZ zur SBB Nord-West am 07.06.2012

  1. Helga sagt:

    Ich habe mich gerade selbst verwirrt! Warum nennt sich eure AG Dezentralisierung jetzt? Verwirrt mich ein wenig! Denn dezentrale Unterkünfte sind doch gerade total Schwachsinn! Die Menschen wohnen bei dezentralen Standorten kilometerweit weg von einem Supermarkt, KulturHäuser etc. Und können so nicht am Leben alles Einwohner partizipieren!

    Oder meint ihr eine Entzerrung von einem desolaten Standort in verschiedene kleine Standorte,die aber wohl zentral liegen? Dies kann ja auch Dezentralisierung bedeuten! Für mich nur verwirrend,weil wir immer von einer Abschaffung dezentraler Standorte sind!!!

    • miriam weber sagt:

      Liebe Katha,
      bislang sind in Leipzig alle Asylsuchenden in zwei zentralen Unterkünften für jeweils mehr als 200 Personen untergebracht. Das neue Konzept sieht nun vor, dass die Wohneinheiten zum einen kleiner werden und zum anderen stärker über das Stadtgebiet verteilt werden. Somit kann man von einer Dezentralisierung sprechen – Was wir aber fordern, ist eine gleichberechtigte und menschenwürdige Lebens- Arbeits- und Wohnweise für alle Asylsuchenden. Das heißt, dass sie sich ihre Wohnformen frei auswählen können. In dem Sinne hast du auch Recht, das Leipziger Konzept weicht nicht wirklich von der Wohnform Sammelunterkunft ab, was jedoch auch mit den sächsischen Bestimmungen zusammenhängt. Wir betrachten das vorliegende Konzept dennoch als Fortschritt, zudem langfristig eine wirkliche dezentrale Unterbringung angedacht ist.

    • Falk sagt:

      Hallo Helga,

      eigentlich wäre die richtige Bezeichnung für die AG „Dezentralisierung: morgen!“ Denn anders wie es der Titel glauben machen mag, Unterstützt die AG ein Konzept, welches eine Verteilung der Asylbwerber auf die Aussenbezirke der Stadt Leipzig im Sinn hat. Hier sollen die Asylbewerber in Unterkünften untergebracht werden welche eine Belegung zwischen 35 und 180 Personen haben soll. Die Mietvertäge hierfür werden über 10 Jahre geschlossen. Daraus lässt sich Schlussfolgern, dass eine Dezentralisierung für die nächsten 10 Jahre nicht möglich sein wird. Also bitte nicht dieser AG zujubeln wenn es Ihnen um das Thema Dezentralisierung geht.

      • miriam weber sagt:

        Lieber Falk,
        wie wir dir bereits geantwortet haben leben 60% der Flüchtlinge bereits dezentral untergebracht, in richtigen Wohnungen in Leipzig. Die Stadt muss Flüchtlinge, die neu nach Leipzig kommen, zunächst zentral in Sammelunterkünften aufnehmen. Auf Nachfrage hatte Herr Fabian am Donnerstag im Anker auch mitgeteilt, dass es Ziel der Stadt sei, alle Flüchtlinge, die dies wollen, dezentral unterzubringen. Und wenn du unseren Appell liest, wirst du sehen, dass genau dies auch Ziel unserer Forderungen ist. Dennoch ist das vorliegende Modell eine Verbesserung der Situation und Lebensbedingungen, mal abgesehen von einigen BewohnerInnen in Wahren und Poritz, die die Flüchtlinge mit „geschlossenen Armen“ begrüßen wollen. Vor allem ist es wichtig, dass so schnell wie möglich eine Ersatzmöglichkeit für die maroden Unterkünfte in der Torgauerstraße bezogen werden kann. Wenn es dir wirklich um die Asylsuchenden geht, richte deinen Ärger an die sächsische Staatsregierung, die Änderungen an der Gesetzgebung bislang ablehnt, andere Bundesländer sind da weiter.

        Herzliche Grüße

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